„Sie werden mir verzeihen Mr. Wildrake,“ ſagte der Doctor,„ich erwarte den Mr. Louis Kerneguy.“
„Den Deufel auch!“ rief Wildrake aus.„Ach ich wußte es wohl, daß die Schottländer nichts ohne ihre Pfarrer thun können; aber der Deufel hole mich, wenn ich daran dachte, daß ſie Sie auch dazu nöthig haben. Aber ich habe manchen zierlichen Geiſtlichen gekannt, der mit dem Schwerdte ebenſogut, wie mit dem Gebetbuche umzugehen wußte. Sie kennen die Ab⸗ ſicht unſeres Zuſammentreffens, Doctor. Kommen Sie bloß als ein geiſtlicher Tröſter— oder vielleicht als
ein Wundarzt— oder nehmen Sie wohl auch zuwei⸗
len das Schwerdt in die Hand?„So, ſo!“ Er machte einige Fechterbewegungen mit dem gezogenen Schwerdte.
„Im Nothfall habe ich es auch wohl ſchon ge⸗ than“ ſagte Doctor Rochecliffe.
„Guter Herr, laſſen Sie den jetzigen für einen Nothfall gelten,“ ſagte Wildrake.„Sie kennen meine Ergebenheit gegen die Kirche. Wenn ein Geiſtlicher von ihrer Gelehrſamkeit mir die Ehre anthun wollte, auch nur drei Gänge mit mir zu machen, ſo würde ich mich zeitlebens glücklich ſchätzen.“ 4
„Sir“ ſagte Rochecliffe lächelnd,„wenn auch Ih⸗ rem Vorſchlage gar kein anderes Hinderniß im Wege ande, ſo beſitze ich die Mittel nicht— Ich habe kein Schwerdt.“.
„Was? Ihnen fehlt eine Waffe, das iſt freilich ſchlimm. Aber Sie haben ja einen mächtigen Stock in der Hand, was hindert uns einſtweilen ein paar Hiebe zu verſuchen, bis unſere Herrn kommen? Mei⸗ ne Tanzſchuhe ſind voll vom Morgenthau und es wird mich ein paar Sohlen koſten, wenn ich ruhig ſtehe, ſo lange ſie kämpfen; denn Sie werden wohl auch meiner Meinung ſeyn, Doctor, daß man ſich um ſo etwas nicht wie die Sperber pickt.“ 3 „Mein Geſchäft bringt es mit ſich, wo möglich hier alles Gefecht zu verhindern“ ſagte der Geiſtliche.


