Teil eines Werkes 
13. Band, Woodstock oder der Ritter : eine Erzählung aus dem Jahre sechszehn hundert ein und fünfzig : 4. Theil (1826) Woodstock or The Cavalier
Entstehung
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„Sie wiſſen das Gegentheil,“ ſagte Everard, „Sie wiſſen, daß Sie als ein fuͤchtiger Royaliſt ſicher vor mir ſind— und Ihre letzten Worte zeig⸗ ten, daß Ihnen meine Verwandtſchaft mit Sir Henry keineswegs unbekannt ſey. Freilich iſt das ohne alle Bedeutung. Ich wuͤrde mich ſelbſt erniedrigen, wenn ich meine Verwandtſchaft als ein Mittel ge⸗ brauchte, mich vor Ihnen oder vor einem Andern zu beſchuͤtzen.“

Als ſie ſich ſo ſtritten und keiner die wahre Ur⸗ ſache des Zankes erwaͤhnen wollte, da blickte Sir Henry mit friedensſtiftender Miene bald auf den ei⸗ nen bald auf den andern und rief aus:

„ Wie, welch' ein Zauber brachte das hervor,

Ich glaube Beide tranken aus der Circe Becher.“

„Kommt Ihr jungen Herrn, geſtattet es einem alten Mann den Vermittler zwiſchen Euch zu machen. In ſolchen Dingen bin ich nicht kurzſichtig— die Mutter aller Mißverſtandniſſe iſt nicht groͤßer als ein Fliegenfuͤßlein; ich habe fnfzig Beiſpiele erlebt, wo, wie Will ſagt:

„Die Ritter ſich zum Zweikampf ſtellten

Mann gegen Mann, und Schwerdt an Schwerdt,“ und doch zuletzt, als das Gefecht vorbei war, ſich der Urſache des Streites nicht mehr erinnern konnten. Ach, eine Kleinigkeit kann dazu fuͤhren das Weg⸗ nehmen des Stuhls— oder ein ſanfter Stoß der Schultern im Vorbeigehen, oder ein vorſchnelles Wort, oder eine mißverſtandene Miene.— Ko umt, ver⸗ geßt die Urſache Eures Streites, welche ſis auch ſey.— Ihr habt Gennathunng— ohgleich Ihr Eure Schwerd⸗ ter einſteckt, ohne daß Blut ſie faͤrbt, ſo liegt doch der Fehler nicht an Euch; denn es geſchah auf Befehl eines Aelteren und eines Mannes, der ein Recht dazu hat. In Malta, wo man es doch mit dem Zweikampf ſehr genau nimmt, muͤſſen die Kaͤmpfenden auf den Be⸗ fehl eines Ritters, eines Prieſters, oder einer Dame einhalten und der ſo unterbrochene Kampf wird fuͤr