Teil eines Werkes 
3. Band (1851)
Entstehung
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Georg Volker. 333

war; hinter ihr dämmerte der Abend, aber ſie ſchaute nicht rückwärts, ſondern beſchritt haſtig den Wald⸗ pfad, auf dem ihr das Abendroth grüßend und glän⸗ zend entgegentrat und ihr blitzend voranflog, als wiſſe es ſchon den Weg, den ſie zu wandeln ſich ru⸗ hig entſchloſſen.

Sie erreichte die Felſen, an deren hellen Wänden die Schatten wehender Fichten magiſch im Abend⸗

ſchein ſpielten. Feſt ſchaute ihr Auge aufwärts; dann ſtieg ſie ſichren Schrittes den bekannten ſteilen

Pfad empor und ruhte nur ein wenig an der Stelle, wo ſie zwiſchen den Stämmen hindurch den letzten Blick frei hatte in den Waldgrund, ehe die hochra⸗ genden Baumwipfel ihn verdeckten.

Wie ſie oben auf der Felſenplatte anlangte, ath⸗ mete ſie tief auf, drückte beide Hände wider den jun⸗ gen Buſen und ſagte:

Gottlob! Nun bin ich da.

Langſam, faſt zögernd ſchritt ſie dann der Stelle zu, wo ſie einſt den Lindenzweig in die Erde ge⸗ pflanzt. Ach, er grünte noch immer, war faſt ſchon ein junges fröhliches Bäumchen geworden, aber Das, was er ihr verheißen ſollte, hatte er doch nicht ge⸗ halten; ſo mußte wohl noch eine andere Verheißung

ſch an ſein Gedeihen knüpfen, eine andere Liebe als