Georg Volker. 293
Es war eine ebenſo maleriſche als eigenthümliche Gruppe, ganz wie geſchaffen zur Staffage dieſer wilden, noch halb in Morgennebel verhüllten Ge⸗ birgslandſchaft, welche beim Aufgang der Sonne unter der Marienlinde um ein Feuer lagerte, deſſen bläulicher Rauch ſich kräuſelnd durch des Baumes laubreichen Wipfel hinanzog; während die fremdar⸗ tige Geſellſchaft, die hier auf thaufeuchtem Gras die Nacht über unter freiem Himmel geraſtet hatte, in einem eiſernen Geſchirr ihr Frühmal zubereitete.
Wohl ſah man ſchon öfter bald in größeren, bald in kleineren Trupps ſolche wandernde Zigeuner im Ge⸗ birge, die mit Allem, was ihre Habe ausmacht, deren vornehmſtes Stück gewöhnlich aus einem zwei⸗ rädrigen, mit grobem Packtuch überſpannten Karren beſteht, die Landſchaft durchzogen und in den Dör⸗ fern und Bauernhöfen um jegliches Ding bettelten, das ihnen die Mildthätigkeit der Bewohner verab⸗ reichen wollte.
Das Erſcheinen dieſer heimathloſen, braunen Wan⸗ dermenſchen, die ohne Ziel und Obdach in der Welt umherirrten, und unter ſich eine fremde, keinem Men⸗ ſchen ſonſt verſtändliche Sprache redeten, machte im⸗ mer ein gewiſſes Aufſehen in den Dörfern, und Jung und Alt betrachtete ſie ohngefähr mit derſelben Neu⸗


