Georg Volker. 45
und ſich von der ſchmachvollen Unterordnung unter das Ausland zu befreien. Aber ich weiß auch, daß auf dem Wege der Gewaltthat, der Empörung und des Bürgerkrieges nimmermehr ein Heil für uns zu erwarten iſt, und daß die Revolution, die dem Volks⸗ geiſt Hohn ſpricht, das Vaterland rettungslos in den Abgrund ſtürzt. Schon ſehen Sie es überall, wie die rohen Maſſen der Bildung und Humanität den Krieg erklären, wie ſie kein Recht, keinen Beſitz, keine Tugend mehr gelten laſſen, vielmehr in wildem Fa⸗ natismus alles Schöne und Erhabene niedertreten möchten unter den Fußtritt der Barbarei und Ent⸗ ſittlichung. Und das kann, das darf nimmer ge⸗ ſchehen, ſelbſt wenn edle patriotiſche Motive den Deckmantel zu ſolchen verwerflichen Handlungen und Gelüſten herleihen ſollten. Unthaten bringen keinem Volke Segen, und eine Partei, die an die ſchlechten Leidenſchaften der Menſchen appellirt, die ſich ſo in ihren Hülfsmitteln von der feigen Intrigue bis zur offenen Empörung vergreift, eine ſolche Partei wird im Blut ihrer eigenen Unthaten untergehen.“ „Aber iſt denn dies auch wirklich der Fall, Herr Graf?“ fragte Volker mit Nachdruck.„Sind es wirklich nur ſchlechte Leidenſchaften und Unthaten, die ein Volk von vierzig Millionen ſo plötzlich aus


