Georg Volker. 9
hielt ſie von einem leidenſchaftlichen, unbedachtſamen Schritte zurück, und in tiefer Bruſt verſchloß ſie die Sorge, die ihre Wangen bleichte und ſie in ſchlum⸗ merloſen Nächten angſtbeklommen, fieberheiß auf dem Lager umherwarf.
Eines Nachmittags war der Graf während der Tafel ungewöhnlich aufgeräumt und nichts ſchien ihm geringere Sorge zu bereiten als die Revolution. Er hatte eine Depeſche aus der Reſidenz empfangen, und obwohl er den Damen deren Inhalt verſchwieg, ſo zeigte doch ſeine heitere Stimmung und die Trinkluſt, womit er dem Bordeaur zuſprach, daß das Schrei⸗ ben ihm eine erwünſchte Nachricht gebracht habe. Beſonders mit Eugenien ſcherzte er viel, warf ſie über den Tiſch mit Bonbons und ſagte ihr allerhand Neckereien. Erſt am Schluß der Tafel, als ſich die Diener entfernt hatten, nahm die vermählte Gräfin, der die Neugierde in allen Fingerſpitzen brannte, Ge⸗ legenheit, ihn nach dem Inhalt der empfangenen De⸗ peſche zu fragen.
Der Graf rieb ſich mit geheimnißvoll lächeln⸗ der Miene die Hände, kicherte und ſagte mit einem ſchalkhaften Blick auf Eugenien:
„Parbleu! Hätt' ich's doch beinahe ganz ver⸗ geſſen! Eine ſuperbe Neuigkeit, auch für Couſinchen,


