Teil eines Werkes 
2. Band (1851)
Entstehung
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Georg Volker. 9

bald im ganzen Odenwald wieder auflebten. Der Drang nach einem beſſern und freiern Zuſtande rief eine allgemeine Gährung hervor; lauſchend horchte das Volk auf die Kunde von den neuen Dingen, das Gefühl der nahenden Erlöſung äußerte ſich im⸗ mer unverhohlener; und wie der Lenz mit ſeinem ſonnigen Strahl ſelbſt in der rauhen Eiche grünes Frühlingsleben weckte, und aus des Eiſes ſtarrem Bann den jungen Waldquell befreite, ſo ergriff auch des Bauern erſtorbenen Sinn der Freiheit Früh⸗ lingsnähe, erwärmte ſein erſtarttes Gemüth und rich⸗ tete den gebeugten Muth in ſeiner Seele wieder auf. Denn auch ihm, und ihm zumeiſt, ſollte ja die große Stunde der Befreiung ſchlagen, und wir wollen da⸗ rum nicht mit ihm hadern, wenn er im Grimm und Groll über ſein altes Drangſal den Grund aller Uebel zunächſt und faſt einzig da ſuchte, wo des Schickſals rauhe Hand am ſchwerſten auf ihm ruhte. Ihm galt es weniger um politiſche Freiheit als um materielle Verbeſſerung ſeiner Lage; und darum hielt er ſich mit ſeiner Erbitterung und Rache zunächſt an Denjenigen, der ihm deen ſauern Lohn ſeiner Mühen ſtreitig machte und im Gegenſatz zur eignen Armuth, ein Leben voll Freuden und Ueppig⸗ keit führte. Der Bauer fragt wenig nach hiſtori⸗