222 Georg Volker.
Körper um ſo reizender; ſchlanker ward die Geſtalt, ſtolzer hob ſich das Haupt, und wenn auch das Ant⸗ litz ſelten lächelte, ſo war es darum in ſeinem Ernſte nicht minder ſchön und ausdrucksvoll, als früher mit ſeinen hellen lebendigen Zügen.
„Gott ſei Dank!“ ſagte die Gräfin.„Der Doe⸗ tor hat an die rechte Ader geſchlagen und. den fal⸗ ſchen Tropfen aus ihrem Blute geholt.“
Sie glaubte bald ſo feſt an den Beſtand dieſer ihr ſo angenehmen Umwandlung, daß ihr kaum noch ein Bedenken darüber kam, es könne, was ſie jetzt ſo ſehr als glänzender Schein an Eugenien entzückte, noch einmal in Täuſchung aufgehen und alle ihre hochfliegenden Pläne mit ſich fortnehmen.
Eines Tages, es mochten ungefähr drei Wochen ſeit ihrer Krankheit verfloſſen ſein, ſaß Eugenia mit der Gräfin in deren Zimmer beiſammen, und Beide erwarteten des Grafen Rückkehr von der Jagd, der heute ungewöhnlich lange ausblieb. Da wurde der Amtmann Leo gemeldet, ein Name, der unſern Leſern bereits bekannt iſt; Eugenia ſtand ſogleich auf, um ſich zu entfernen, als der Angemeldete ſchon eintrat und durch ſeine Erſcheinung die Gräfin, die in dieſes Mannes Miene vortrefflich zu leſen verſtand, zu dem ängſtlichen Ausruf veranlaßte:


