—
Georg Volker. 11
ten an; dann warf er die letzten Blätter haſtig in die Mappe, ſchleuderte dieſe zornig auf den Tiſch, ſtand einige Minuten, die Hand vor die Stirn ge⸗ drückt, worauf er abermals, wenn auch leiſer, zu re⸗ den anfing, die Mappe häufig in die Hand nahm, darauf deutete, als ob er Etwas beſchreiben wolle, wobei der Andere mit größter Aufmerkſamkeit ihm zu⸗ lauſchte und mehrmals auf einzelne ſeiner Zwiſchen⸗ fragen bejahend mit dem Kopfe nickte. Zuletzt zog der Mann im Mantel eine Börſe hervor und legte einen blanken Thaler auf die Mappe, mit einer Bewegung, die deutlich ſeine Ungeduld verrieth. Kaum erblickte der Bettler das Geldſtück, als er mit einem lauten Freudenſchrei darauf losſtürzte, wobei er jedoch die Lampe umſtieß, deren Licht ſofort erloſch. Aus der Dunkelheit hörte Germanos noch die heftige Stimme des Mannes im Mantel, dazwiſchen ein wildes La⸗ chen, gleich nachher entſtand ein Geräuſch, wie wenn ein Tiſch umgeſtürzt oder eine Thüre mit Gewalt
zugeſchlagen würde; ſchnell trat er von dem Fenſter
hinweg in den tieferen Schatten des Zwingers, denn ſchon erſchallten Schritte, und gleich darauf eilte der Unbekannte haſtig an ihm vorüber. Germanos glaubte in ihm dieſelbe Geſtalt wieder zu erkennen, die ihm vorhin auf dem Bergweg vorangeſchritten wat.


