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Sonderbar! Nicht eher, als bis er vor dem kleinen, aus rauhem Feldſtein kunſtlos gebildeten Kreuze ſtand, das eine wilde Roſenhecke dem Auge faſt verdeckte, während noch die Ueberreſte einer ehemaligen hölzernen Einfaſſung ſichtbar waren, beſann ſich Ernſt auf jene dunkle Begebenheit aus ſeinen Kinderjahren, welche damals dieſe Stelle weit und breit in Verruf gebracht hatte. Lebhaft trat wieder die Geſchichte vom Mord des jungen Förſters Friedrich, der hier einſt mit zerſchmet⸗ terter Hirnſchale todt gefunden worden, vor ſeine Seele. Unwillkührlich nahte er dem Platz und legte wie zum Gruße an den Unglücklichen, deſſen junges Leben hier
unter Mörderhänden geendet hatte, die Hand auf das
Steinkreuz. Alle Einzelumſtände der grauenvollen That kehrten in ſeine Erinnerung zurück; er beſann ſich wieder auf die ſtürmiſche Herbſtnacht, wo ſein Väter plötzlich die Mutter weckte und ſie fragte, ob ſie nicht den Angſtruf gehört, der eben durch die Stille der Nacht, faſt ſcheine es ihm vom Tannenſtein herunter, ſein Ohr berührt habe. Bei dem Geſpräch der Eltern erwachte Ernſt, damals noch ein Kind, und fing aus Furcht zu weinen an. Die Mutter ſuchte ihn zu beruhigen und meinte, der Vater habe wohl geträumt oder ein Nachtvogel möge in den Ulmen vor den Fenſtern den Schrei ausgeſtoßen haben. Aber am⸗ 2*


