Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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nur noch ein Räthſel blieb von ſeinem Leben in der Welt zurück, wozu er wohl ſelber durch einige kurz vor ſeinem Ende geſchriebene Worte die nächſte Veranlaſſung gegeben hatte. Auf dem vorderſten Blatt der alten Bebraſſchen Familienbibel, welche offen auf dem Schreibtiſche lag, fand man in noch friſcher Tintenſpur dieſe von ſeiner Hand ge⸗ ſchriebenen Worte, welche allerdings geeignet waren, über die Art ſeines plötzlichen Todes den nämlichen räthſelhaften Schleier zu breiten, der ſo lange über ſeinem ganzen Leben geruht hatte.

War es der Widerſpruch, in dem dieſe heroiſchen Worte zu ſeinem ſo häufig gezeigten unentſchloſſenen und zaghaf⸗ ten Weſen ſtanden, in welchem ſogar Manche wieder nur eine künſtlich auf den Eindruck von Gelehrtenſchüchternheit und Weltunkenntniß angelegte berechnete Haltung erblicken wollten; oder war es die ſo naheliegende Vermuthung, daß Einer, der ſo ſtirbt, ſehr wohl weiß, was er ſeinem Ge⸗ dächtniß bei Mit⸗ und Nachwelt ſchuldig iſt: genug, es wollen Manche noch bis zum heutigen Tag nicht an eine natürliche Todesart bei ihm glauben; und die unſäglichen Schmerzen in der Bruſt, über die Roderich noch kurz zuvor bei dem fürſtlichen Leibmedikus klagte, haben ſpäter zu den ſeltſamſten Gerüchten Veranlaſſung gegeben.

Sein Reiſeſpruch in's dunkle Jenſeits lautete mit den Worten des unglücklichen Dichters Günther:

Laß den Jammer er bethört! Geh' am Sicherſten

und glaube

Deines Weſens Ewigkeit!