— 249 vater möglicherweiſe ſelber einen gefährlichen Leibſchaden davon trüge“
„Ich lachte ihm zwar auf dieſe mit bebender Stimme und in unverkennbarer Gemüthsbewegung vorgebrachten Drohungen mit aller aufrichtigen Herzlichkeit in's Geſicht; ſchalt ihn einen Narren, der ſich einbilde, ſeine Richter durch ſolche abgeſchmackte Finten einſchüchtern zu können; wer in aller Welt denn einem auf offener That ertappten Kirchenräuber derartige Faſeleien glauben werde, er zuckte jedoch immer nur mit einem höhniſchen Lächeln die Achſel und ſagte zu Allem Nichts weiter als: Excellenz werden mir's zwar verdenken— aber noch unterm Galgen brauch' ich nur zu rufen: Roderich! Lieber Roderich! und er muß kommen und mir ſein Ohr an den Mund halten!“
„Bei dieſer durch Nichts zu erſchütternden Feſtigkeit war— davon durfte ich mich zuletzt leider überzeugt halten— für's Erſte von dem liſtigen Menſchen keine weitere Aufklärung zu bekommen. Kaum ließ ich ihn daher, um auch noch dieſes letzte pſychologiſche Erperiment nicht unverſucht zu laſſen, nur entfernt merken, es könne vielleicht ſeiner Bitte willfahrt und eine Zuſammenkunft zwiſchen ihm und Ro⸗ derich von dem Richter unter Umſtänden genehmigt werden, ſo ſtrahlte ſein ganzes Geſicht von Freude und, Entzücken, jauchzend warf er ſeine Mütze in die Höhe und würde, ohne mein ſtrenges Abwehren, im erſten ſtürmiſchen Taumel
vor mir auf die Kniee niedergeſtürzt ſein.— Nein, das war gewiß keine Verſtellung— der Mann fühlte wieder ſicheren Boden unter den Füßen!“
„Dieß, ihr lieben Herren,“ ſo ſchloß Helmroth ſeine
Erzählung,„iſt das Reſultat meiner heutigen außerordent⸗ lichen Zuſammenkunft mit Herrn Ventron geweſen; nun ſagen Sie mir aufrichtig Ihre Meinung: Stehen wir erſt


