Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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Veränderung in ihrem Weſen, ſo war es viel eher eine noch erhöhte Freudigkeit, eine in Glück und voller Befrie⸗ digung ſtrahlende Miene, die nur der natürliche treue Spiegel einer Seele ſein konnte, welcher Alles nach Wunſch ging, und die deßhalb mit ihrem Herzen und der Welt in vollkommener Harmonie lebte.

Ja, mitunter erſchrak ſelbſt Serena über das leiden⸗ ſchaftlich erregte Weſen, wenn Aurelie Etwas ſagte, was auf Liebe oder Glück der Liebe Bezug hatte. Sie glaubte es dann in dem ſeelenvoll verklärten Blick der ſchönen braunen Augen deutlich zu leſen, daß das Herz der Freun⸗ din keine ungeſtillte Sehnſucht, keinen ungewiſſen Beſitz kenne; denn nur Seligkeit überglänzte dann ihr Antlitz, jedes ihrer Worte athmete volles unendliches Glück, und wie berauſcht von dem Vollgenuß deſſelben warf ſie ſich dann der jüngeren Freundin an die Bruſt; und die Glut ihrer Küſſe, der ſtürmiſche Schlag ihres Herzens verriethen dem betretenen Mädchen die Gewalt einer Leidenſchaft, den Ungeſtüm einer Zärtlichkeit, der Nichts ferner lag als halbe Entſagung, oder auch nur ein ungeduldiges Sehnen nach Erfüllung heißer Liebeswünſche.

Durch dieſes auffallende Benehmen kam Serena nach und nach bei der Prinzeſſin zu der nämlichen Betrachtung, welche die junge Regierungsräthin Helmroth neulich bei Roderich angeſtellt hatte; indem ſie ſich fragte, wie wohl der Mann beſchaffen ſein möge, den dieſes ſchwärmeriſche, von allen ſchönen Jealen erfüllte Herz ſo ſehr lieben könne, daß ſein Bild allein ihre Seele ganz und gar erfülle und der bloße Gedanke an ihn ſie ſchon glückſelig mache?

Wie geſagt, am Hofe konnte er nicht verweilen; von den Prinzen und hohen Herren aber, welche dann und wann erſchienen, machte keiner auf die Prinzeſſin einen be⸗ ſonderen Eindruck; ja ſie war in ihrem Urtheil über fürſt⸗

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