Es war auf ihre eigne Veranlaſſung geſchehen, daß für Walpurg das weiße Roß Iduna nicht fehlte, welches ihr der Reitknecht mit dem über dem Sattel hängenden weitfaltigen Reitrock vor⸗ führte. Sie ſchürzte den letzteren leicht um die Hüfte und wollte ſich eben von der Hand eines Cavaliers auf den Sattel ſchwingen, als ein junger ihr bekannter Bauernburſche an ſie heran trat und ihr heimlich ſagte, der Joſt Falter ſei am Wildſtein und begehre die gnädige Gräfin dringend zu ſprechen. Walpurg ſtutzte und unter⸗ drückte kaum einen Schrei der Ueberraſchung bei dieſer Nachricht.„Er will fort von hier— noch heute,“ ſagte der junge Bauer;„die gnädige Frau ſollen das Weitere von ihm ſelbſt hören.“
Niemand hatte die Unterredung bemerkt. In dem Gewirre der Wagen und Pferde, das noch durch das Einſteigen und Vertheilen der Geſell⸗ ſchaft in die einzelnen Kutſchen, ſo wie durch das Zurufen der Diener und das Durcheinander⸗ Befehlen der Herren, die nach ihren Pferden ſuchten, vermehrt wurde, hatte kein Menſch auf die Gräfin geachtet und ſelbſt Marlo war in dieſem Augenblick nicht in ihrer Nähe. Vergebens ſuchte ihn ihr ſpähendes Auge vom Pferde aus


