ſelben ein und ſuchten das Grab, das hier ſo lange unentdeckt unter dem Moos der Wildniß geruht hatte.
Walpurg war es beſtimmt, den kleinen Erd⸗ hügel zu finden. Aber kein Marmorſtein lag mehr darauf und das Moos war gleichfalls weg⸗ geriſſen.
„Weh!“ rief ſie erbebend. Welcher Frevel! Das war gewiß Joſt!
Noch ſtanden Beide, ſtumm das zerſtörte Grab anſtarrend, da ertönte plötzlich durch die ſtille Waldeseinſamkeit Muſik, und ſo hell und fröhlich klangen die Töne der Geigen und Flöten von dem Feſte herüber, als wolle ſelbſt der alte Wald fortan vergeſſen, was er doch ſo lange nur der Menſchen Vergeſſenheit bewahrt hatte.
„Hier Wahrheit— dort Täuſchung!“ ſagte Walpurg, erſt auf das Grab und dann nach der Richtung deutend, von wo die Muſik herüber klang.
Sie legte darauf ihre Hand in die Marlo's und ſprach ſanft:
„Geh'n wir dorthin, wo wir der Täuſchung dieſes Lebens die Wahrheit unſrer Liebe entgegen halten können. Segne Gott immerdar unſre lebendige und dieſe todte Liebe!“


