Teil eines Werkes 
2. Band (1848)
Entstehung
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Freude, daß von unſrer Liebe im Grunde auch kein Menſch eine Ahnung hat. Und das, meine ich, ſei das Allerſchönſte bei jedem Glück: zu wiſſen, daß die Leute es nur nach ihrer eignen Denkungsart anſchauen, und nur darin wahr⸗ nehmen, was ihnen ſelbſt Glück dünkt; während wir doch das Alles viel beſſer wiſſen und in unſrer Liebe ſtillen Hütten ein Glück beherber⸗ gen, von dem ſo Wenige Ahnung haben. Denn das wirkliche Glück verbirgt ſich ſchon von ſich ſelbſt dem neidiſchen Auge der Welt, und ruht, eine köſtliche Perle, in ſeiner treuen Muſchel, der Seele. Darum mag ich es auch ganz freudig annehmen, wenn die Leute immer nur von dem Liebesglück Arthur's und Lonnh's reden, weil es ihnen ſo blank in die Augen fällt, das unſ⸗ rige hingegen faſt ganz mit Stillſchweigen über⸗ gehen. Aber mein Gott, was haſt Du?

Dieſe plötzliche Frage entfuhr ihr, da ſie Marlo auf einmal zuſammenſchrecken ſah, als wenn ihn eine unſichtbare Hand gefaßt und umgedreht hätte. Staunend ſah er zwiſchen den Felſen hin⸗ durch und ſtammelte kaum hörbar:

Ja, wahrhaftig das iſt der Ort, da herum muß es ſeyn!

Die Mediatiſirten, ll. 29