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Der unſichtbare Bräutigam.
In der Nähe des Schloſſes Oedenburg lag noch zur Zeit des dreißigjährigen Krieges ein großes bevölkertes Dorf, deſſen Name zwar längſt aus dem Gedächtniß der Menſchen verſchwunden iſt, von deſſen Eriſtenz aber mehr als eine Kunde bis auf unſere Zeit ſich erhalten hat, abgeſehen davon, daß ſelbſt die Spuren eines ehemaligen
Grabens und hier und da auch Ueberreſte von
Mauerwerk in dem Boden noch zu entdecken ſind. Die Gegend, wo jenes Dorf lag, heißt heut zu Tage die„Steinhaide,“ wohl ſo benannt, weil die Haide dort an mehren Stellen mit vielen einzeln zerſtreuten, theils kleineren, theils größe⸗ ren Felsblöcken bedeckt und das Land, welches einſt ſehr fruchtbar geweſen ſein ſoll, jetzt kaum noch einer Cultur fähig iſt. Es macht einen eig⸗ nen Eindruck wenn man plötzlich aus den herr⸗
lichen üppigen Waldungen in dieſes einſame Hai⸗
deland tritt, das mit ſeinen grauen Steinen und


