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Mein Gott, Vater, Du biſt ganz im Irrthum, er⸗ wiederte ſie.— Die Dunkelheit hier unten und die beiden Lichter täuſchen Dich über die Tageszeit. Gleich wird es zwei Uhr ſein und gewiß iſt das Mittageſſen längſt fertig; wir haben heute Dein Leibgericht: Schellfiſch mit Pellkartoffeln, dazu eine Flaſche bahriſch Bier.
Er ſtutzte und ſah ſie groß an.
Wie? Erſt Mittag? rief er überraſcht.— Ach, Du haſt Recht, mein Kind, ich bin wirklich ganz zerſtreut.
Mit dieſen Worten löſchte er, wie er ſonſt Abends vor'm Zubettegehn zu thun pflegte, beide Lichter aus, wobei er ſich regelmäßig, auch wenn eine Lichtſcheere vorhanden war, vorſichtshalber ſeines Daumens und Zeigefingers bediente, und tappte nun— denn auf dem
Vorplatz war das Licht in der Laterne, weil es der „
Köchin bei der plötzlichen Inſtandſetzung derſelben an Docht gefehlt hatte, wieder ausgegangen— mit Eliſa⸗ beth aus dem dunklen Zimmer und über die ſtockfinſtere Hausflur nach der Treppe, wo ihnen der helle Tages⸗ ſchein von Oben entgegenfiel. Die beiden Jüngeren, bereits von der merkwürdigen Scheidung von Licht und Dunkelheit unterrichtet, ſtanden banger Erwartung voll am Treppengeländer; ein Wink Eliſabeth's hinter des Vaters Rücken bedeutete ihnen, ſich keine Neugierde mer⸗ ken zu laſſen; mit ſeinem ſonderbar verlegenen, förm⸗ lichen Weſen, das ihm immer eigen war, wenn er ſich


