Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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Moſer kann unter keinen Umſtänden mein Schwieger⸗ ſohn werden; denn Du weißt, daß ich kein Vermögen mehr beſitze, mithin fehlen mir die Mittel, Dich und Deine Schweſtern auszuſteuern, mithin ſchließe ich von heute an mein Haus gänzlich von der Welt ab und ge⸗ ſtatte Niemand mehr, wer es auch ſein möge, den Zu⸗ tritt über meine Schwelle. Ihr habt Raum genug zur freien Bewegung innerhalb unſerer vier Wände und braucht Euch darum für die Zukunft keinen ſolchen ver⸗ leumderiſchen Gerüchten mehr auszuſetzen.

Aber, lieber Vater, ich ſage Dir ja, daß ich Moſer's anverlobte Braut bin, entgegnete Eliſabeth, feſt entſchloſ⸗ ſen, Alles zu wagen, um ihn von ſeinem abenteuerlichen Plane wieder abzubringen. Er iſt der edelſte, beſte Menſch, und wer ihn bei Dir ſo ſchändlich verleumdet hat, der führte ſicherlich Böſes gegen uns Alle im Schilde. Mein Verlobter weiß ſo gut wie Du, daß ich Nichts habe, daß Du mir vielleicht keine hundert Thaler mit⸗ geben kannſt.

Und hätt' ich eine Million im Vermögen, Doctor Moſer könnte doch niemals mein Schwiegerſohn werden! rief Herr Felix, wobei die Adern auf ſeiner Stirne dick aufſchwollen und eine dunkle Zornesröthe über ſein Antlitz flammte. Er iſt Alles in Allem geſagt ein ruinirter Böſewicht, ein Menſch, den ſeine Herkunft noch mehr als alle ſeine Laſter brandmarkt.