Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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muth appellire. Wir leben daheim in der bitterſten Noth; mein armer Herr und ich behelfen uns kümmer⸗ lich; und oft, wenn wir uns Abends zu Bette legen, wundert ſich Einer über den Andern, daß er überhaupt noch exiſtirt. Heute Morgen aber ſollte ſich das Blätt⸗ chen mit Einemal wenden; denn eben, als der Herr Doctor ſeine gewöhnliche Bibelfrage an mich gerichtet hatte:Blaſius, was werden wir eſſen? Blaſius, was werden wir trinken? trat der Briefträger mit ei⸗ nem in's Kreuz verſiegelten Brief in die Stube, mein armer Herr wäre ihm vor Freude ſchier um den Hals gefallen, denn der Brief kam von einem alten Univerſitätsfreund, dem er einſtmals auf der Hoch⸗ ſchule zu Göttingen, als ſich derſelbe in großem Pech, wollt' ſagen in großer Geldverlegenheit befunden, acht⸗ hundert Thaler gepumpt geliehen hatte. Und grade jetzt, wo er ſelber in die äußerſte Noth hineingerathen war, ſchickt ihm der brave Freund das Geld vollzählig zurück, auch nicht ein Groſchen fehlte daran, mir gingen faſt die Sinne unter, und der Herr Doctor waren gleichfalls ſo gerührt, daß ſie lange nichts weiter ſagen konnten, als:Herr! Herr! Wie wunderbar ſind doch deine Wege zu Waſſer und zu Lande!

Das ſind ja wirklich ganz curioſe Neuigkeiten! ſagte Herr Cyprian Franke mit einem ironiſch ungläubigen Lächeln und blickte forſchend dem Erzähler in's Auge.