Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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ſo könnte ſich ja der Herr Volkhauſen ebenſo gut vor⸗ ſtellen, ſein Onkel habe ihm nur aus Zerſtreutheit oder in einem Anfall von Blödſinn aus der Patſche geholfen; oder es ſei dem alten Herrn, worauf ich mein groß und

klein Cerevis ſetze, dabei mehr um den eignen Credit,

als um den des Neveus zu thun geweſen. Geſchehene Dinge laſſen ſich nun einmal nicht ändern, und gewiß ſind darunter ohne unſere Schuld quittirte Rechnungen dasjenige, was ſich noch am Leichteſten ertragen läßt. Wenn nur der Herr Vo khauſen davon ein Einſehen ha⸗ ben wollte!

Ohne auf dieſe moderne Schickſalsanſchauung nä⸗ her einzugehen, ſagte Ludwig:

Höre, welchen Plan ich mir ausgedacht habe, damit der Freund nicht eher Etwas von der Sache erfährt, als bis wir ihm ſeine Befreiung von jeder moraliſchen Verbindlichkeit gegen ſeine Verwandten anzeigen können. Morgen Vormittag begibſt Du Dich zu Herrn Cyprian Franke, und zwar in der würdig beſcheidenen Geſtalt eines Famuli oder Amanuenſis. Du ſagſt dem alten Herrn, daß Du im Auftrag ſeines Neffen Conſtantin zu ihm kämeſt, bei dem Du ſeit mehreren Jahren als Schreiber im Dienſt ſtändeſt; Volkhauſen habe Dich hergeſchickt, um ſeinem Onkel die achthundert Thaler wieder zurückzuzahlen, die derſelbe jüngſt bei ſeinen Gläu⸗ bigern vorgelegt habe und erbitteſt Dir dagegen eine