Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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vans gedrückt, hörte ihm Conſtantin aufmerkſam zu, und verharrte auch noch, als Ludwig ihm ſchon alle Details

der neueſten Vorgänge im Kloſterhof mitgetheilt hatte,

lange Zeit in ſeinem Schweigen.

In der kleinen Gelehrtenklauſe herrſchte bereits völlige Dunkelheit und es waltete jene feierliche Stille darin, in der wir nach einem lebhaft geführten Geſpräche voll tiefgehender Intereſſen und unſer innerſtes Leben berüh⸗ render Mittheilungen von einem Gefühl beſchlichen wer⸗ den, als ſei ein Theil unſeres Weſens von uns geſchie⸗ den und bewege nun in den nämlichen erhöhten Em⸗ pfindungen, wie vorher uns ſelber, das vertraute Herz, dem wir unſer Geheimniß mitgetheilt haben.

Endlich erhob ſich Conſtantin, dehnte wie Einer, dem die Bruſt bis zum Springen enge geworden iſt, beide Arme weit aus, warf dabei den Kopf in den Nacken zurück, ſo daß Ludwig beim Scheine des Mondes ſein Geſicht bleich und geiſterhaft im ſtarren Aufblick nach der Zim⸗ merdecke unterſcheiden konnte, holte dann tief Athem und ſagte plötzlich in dem trocknen Ton ſeiner gewohnten Ruhe und kalten Ueberlegung:

Höre, mit dem Strohmetz bin ich im Reinen, ich tenne denEhrenmann des guten Onkel Felir und nehme ihn bei meinem großen und kleinen Cerevis! mit Haut und Haaren auf mein Gewiſſen. Frage jetzt nicht weiter, ſondern laß' mich nur machen; Du