Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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in dem Zimmer herrſchenden Dämmerung bemerkte Lud⸗ wig doch das verſtörte Weſen Conſtantin's, der ihm eine fieberheiße Hand bot und ihn mit unſicherer Stimme, die eine tiefe innere Bewegung verrieth, willkommen hieß.

Ich erwarte Dich ſchon ſeit mehreren Stunden, ſagte er dann mit ſchwer errungener Faſſung. Meine Schweſter Anna war heute Nachmittag bei mir, ſie hatte einen Brief von Eliſabeth und brachte mir die Nachricht von Onkel Felix ſeinem neuſten Rappel! Das ſieht freilich nicht gut aus aber vor Allem mußt Du mir ſagen, wer dieſgr Strohmetz iſt, von dem Dir ja Eliſabeth wohl ausführlicher geſchrieben hat?

Es lag in ſeinen Worten etwas ſo Gezwungenes und die Abſicht, den eigentlichen Hauptpunkt ſeinerſeits 6 unberührt zu laſſen, trat dabei ſo deutlich hervor, daß

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Ludwig nicht ohne Befangenheit erwiederte:

Wer dieſer Strohmetz iſt, ſollſt Du nachher hören. Vor Allem wollte ich Dir ſagen, daß Eliſabeth

Deine Braut iſt! fiel ihm Conſtantin in's Wort und machte ſich, um dem Freund ſeine große Aufregung zu verbergen, im dunkelſten Zimmerwinkel Etwas zu ſchaffen. Das weiß ich ſchon ſeit einigen Stunden durch meine Schweſter, fuhr er dann mit ſtockender Stimme fort; und kam mir auch die Nachricht keineswegs uner⸗ wartet, ſo geſtehe ich Dir doch ich hätte ſie lieber