46
Wetter, das uns ſengte, durchnäßte und wieder trock⸗ nete, bis wir an einen Berg kamen oder in einen Wald. Dann hauſeten wir in ſeinem Schatten, badeten in ſeinen Teichen, holten unſer kärgliches Mittagsmahl aus der nächſten Hütte, oder gruben es aus friſchem Boden und lernten es in der Aſche braten. Die Nacht kam heran, der Mond leuchtete uns heim. Fröhlich und lebendig kehrten wir heim.— Die Menſchen begriffen uns nicht; aber wir waren ſehr glücklich, ja, wir waren die glücklichſten Menſchen im ganzen Herzogthum! Selbſt die kleinen und großen Verlegenheiten an baarer Münze und Geldeswerth, welche eben wie im akademiſchen Leben, jene Zeit ſo merklich auszeichnen, waren uns ſelten ein Gegenſtand der Sorge, nie ein Gegenſtand des Kummers, oft ein Feſt der muthwillig⸗ ſten Laune, des lauten Gelächters. Der entſchiedene Mangel aller drei Kaſſen war ein Feſttag. Dann wur⸗ den die Trümmer geſammelt, nicht reichere Gäſte mit noch geringeren Trümmern geladen. Ein Junge trug den Korb mit der Hoffnung des Mittags voraus, die jubelnde Geſellſchaft zog am frühen Morgen in das Siebeleber Holz und lagerte ſich in ſeinen Schatten. Nie, nie werde ich die Feiertage in dieſem ſchönen
Walde vergeſſen. Außer uns pflegte ihn Niemand zu 9 gte ih 5


