„——— Beil, Beck und ich, uns nahe an Jah⸗ ren, Heiterkeit und Wärme für die Kunſt, wir lebten ſtets zuſammen. Wir waren Einer dem Andern ſtrenge Richter und ſpotteten oft über uns ſelbſt bei Linkheiten, mißlungenem oder ſchiefem Ausdruck, ohne alle Scho⸗ nung, erzürnten uns und fielen bei der erſten kräftigen Wahrheit des Ausdrucks, den Einer am Andern wahr⸗ nahm, mit Rührung einander in die Arme.
Wir kannten die Welt wenig, ihre Verhältniſſe und Schranken ängſtigten uns nicht. Rede und Frage, Streit und Reſultat, Zweifel und Gewißheit über Kunſt und Künſtler; Genuß an dieſem Allen, Genuß der Dichtung, Leben und Weben in Kunſt und Phantaſie, in Natur, Freundſchaft und Freude— das war unſer liebliches Tagewerk. Manchmal ſtanden wir Nachts auf, um über Kunſtgegenſtände zu reden, wir ſtritten, ohne ſtreiten zu wollen. Die Nachbarn glaubten uns in unverſöhnlichem Hader und wir feierten mit lauter Stimme ein gefundenes Reſultat.
So wandelten wir denn zu Zeiten ohne Zweck vor Tage noch in der Lebhaftigkeit der Unterredung vor die Stadt hinaus. Wir kümmerten uns nicht um die Menſchen, die uns begegneten, fragten nicht nach dem Namen der Dörfer, die wir durchzogen, nicht nach dem


