als möglich feiern wolle. Die jungen Männer ſollten gleich bei ihrem erſten Eintritt in das den Muſen ge⸗ weihte Haus den günſtigſten Eindruck von dem idealen Geiſte bekommen, der darin waltete und ſollten zugleich ein für allemal erfahren, daß ſich kein Meiſter und kein Jünger der Kunſt ungeſtraft für die Dauer ihrem mäch⸗ tigen Einfluſſe zu entziehen vermöge. Es ſollten Guir⸗ landen mit Deviſen angebracht, ſollten Tiſchreden in zierlichen Verſen gehalten und ein franzöſiſches Sing⸗ ſpiel aufgeführt werden, an deſſen Schluſſe weißgeklei⸗ dete Genien das auf einem Altare ſtehende Bild Tha⸗ liens mit Blumen bekränzten, wozu die Geheimeräthin eigens ein Gedicht verfertigen wollte mit einer zarten Anſpielung auf das ſchöne Verhältniß der Kunſt und der Künſtler zu ihrem angeſehenen Hauſe.
Voll von dieſen hochpoetiſchen Entwürfen, die ſie ihrem Freund und Rathgeber in der beredteſten Weiſe auszumalen bemüht war, merkte ſie anfangs nicht ein⸗ mal, daß der Kammerregiſtrator, gegen ſein ſonſtiges
Verhalten bei dergleichen Anläſſen, diesmal äußerſt
wortkarg blieb und ſogar ſeine Zuſtimmung auf ein ſchüchternes Lächeln beſchränkte, auch ſelber durchaus Nichts zur Verherrlichung des Feſtes in Vorſchlag brachte, was doch bei ſeinem großen erfindungsreichen


