derte Ekhof trenherzig.„Das Decorum darf kein rechter Künſtler außer Acht laſſen.“
Nach dieſer troſtreichen Verſicherung athmete auch der kleine Kammerregiſtrator freier auf und betheuerte mit ſchluchzender Stimme, es falle ihm ein ſchwerer Stein vom Herzen; denn die drei jungen Talente ge⸗ hörten nothwendig in die gute Geſellſchaft, weil der Schauſpieler nur in der ariſtokratiſchen Sphäre die eigentliche Weihe ſeiner Kunſt empfangen könne, den Diamantſchliff der Weltbildung, eine Aeußerung, die Ekhof zu der ſcherzhaften Antwort veranlaßte:
„Ey, Freund Weſternhagen, in dieſem Falle müßtet Ihr ja den Le Kain ſelber übertreffen und unſeren herr⸗ lichen Schröder dazu. Denn der Eine war, eh' er zur Bühne ging, ein Goldſchmiedsgeſell, der Andere gar ein Schuſterslehrling; den Diamantſchliff aber, von dem Ihr redet, hätte ihnen keine Ariſtokratie der Welt bei⸗ gebracht, ohne den inneren feinen, hellen Sinn der Poeſie, der ſie zur Menſchendarſtellung trieb.
Denn Kunſt ſteckt nicht in den Kleidern,
Sonſt wäre ſie ja bei den Schneidern, ſagt ein ehrliches Sprichwort und ein anderes, das man gleichfalls auf das Verhältniß zwiſchen der Kunſt und der vornehmen Welt im Allgemeinen beziehen könnte—


