ihrer Jugend und ihrer Unbekanntſchaft mit den hieſigen Verhältniſſen zu gute halten. Ich kann meinen Schülern zum Ruhme nachſagen, daß ihnen das Studium ihrer Kunſt über Alles geht und ſie ihre Zeit auf das Nütz⸗ lichſte anwenden.“
„Aber ich höre doch, daß die jungen Herren ein ſehr flottes ungebundenes Leben führen ſollen,“ ſagte die Geheimeräthin zwar äußerlich ruhig, ward jedoch da⸗ bei vor Zorn und innerer Aufregung im ganzen Geſicht roth wie eine Pfingſtroſe.„Ja, ſie ſollen Abend für Abend in den Wirthslokalen vor den Thoren zechen, Bier trinken und Tabak rauchen, denken Sie doch, Dabak, dieſe jungen Leute!“
„Was denn aber ſonſt, meine Gnädige?“ fragte Ekhof ganz erſtaunt und der Schalk ſaß ihm dabei in allen Zügen ſeines faltigen Geſichtes.„Gott ſei Dank, daß Keiner von ihnen ein Kopfhänger iſt, ſonſt ſchickt' ich ihn noch heute nach Hauſe und riethe ihm unter die Methodiſten zu gehen, ſtatt unter die Comödianten! Wer Ihnen aber geſagt hat, daß meine Schüler ein un⸗ gebundenes Leben führten, alſo wohl mit andern Wor⸗ ten ein leichtfertiges unmoraliſches Leben, der iſt, Gott verzeih' mir die Sünde, daß ich an einem hellen Sonn⸗
tagmorgen läſtere, ein Stänker mit und ohne Permiß! 3


