weiſungen abwarte, ehe man ſeine Schüler mit ſo un⸗ mäßigem Lobe überſchütte.
In dieſer Art machte die Geheimeräthin ihrem ver⸗ ſteckten Aerger über das Ausbleiben der neuen Theater⸗ mitglieder aus ihrem ſo eifrig geſuchten Zirkel Luft, ohne damit eigentlich, wie es ſonſt ihre Gewohnheit war, die erſte Stimme in der öffentlichen Kritik über neue Bühnenerſcheinungen abzugeben. Denn im Stil⸗ len hoffte ſie noch immer, daß es den Bemühungen ein⸗ zelner ihrer Anhänger und Hausfreunde gelingen werde, die übermüthigen Jünglinge zur nachträglichen Aner⸗ kennung ihrer gefürchteten Autorität in Kunſtſachen zu bewegen und ſie zu beſtimmen, ſich demuthsvoll unter die Fittiche ihrer äſthetiſchen Protection zu begeben. Zu dieſem Zwecke hatte ſie den eifrigſten ihrer Verehrer, den uns aus der Stammgeſellſchaft in den„drei Kronen“ bekannten Kammerregiſtrator Weſternhagen mit ausge⸗ dehnter Vollmacht verſehen, ihr um jeden Preis, aber doch mit der nöthigen diplomatiſchen Vorſicht und wo⸗ möglich auf dem Wege des wohlgemeinten Winkes, die drei loſen Vögel in's Garn zu locken; eine Miſſion, für die allerdings Niemand geeigneter war, wie das ge⸗ ſchmeidige, immer freundliche und dienſtbereite Männ⸗ chen, die perſonifizirte Ueberſetzung einer ſchlichten


