Rolle auf der Hofbühne zu Gotha auftreten ſollte. Es war in einem ihm ganz unbekannten Stücke, ſelbſt den Namen davon kannte er nicht, ſo wenig als er ein Wort ſeiner Rolle auswendig wußte. Darüber gerieth er denn hinter den Couliſſen in eine unſägliche Angſt, zumal der geſammte fürſtliche Hof und der hohe Adel anweſend waren und er heute zum erſtenmal mit Ekhof, den er noch immer nicht geſehen hatte, in dem nämlichen Stücke ſpielen ſollte. Dagegen hatten ſämmtliche Stammgäſte der„drei Kronen“ mit ihren Nachbarn, Gevattern und Weibern die vorderſten Sitze des Saales eingenommen, entſchloſſen, ihn bei ſeinem Erſcheinen auf der Bühne mit Ziſchen und Hohngelächter zu empfangen. Schon hörte er das Kreiſchen der Frauen, dazwiſchen die lauten Zungenſchnalzer des Kapitäns und die Spottreden der Stammgäſte; was ihn aber mehr als Alles ängſtigte, war die Geſtalt des alten wunderlichen Herrn von der Sundhäuſer Brücke, der zwiſchen der erſten und zweiten Couliſſe ihm gerade gegenüber in ſeiner abgetragenen Chenille Poſto gefaßt hatte, ihm allerhand höhniſche
htig großen hörnenen Tabaksdoſe ſchnupfte, deren ſchriller
Grimaſſen machte und beſtändig aus einer mäc
Ton beim Aufdrehen des Deckels ihm jedesmal durch Mark und Gebein fuhr.


