ſchein zeigte, Abends mit wunden Füßen erſchöpft in der Herberge anlangt.— Es blieb mithin den guten Leuten bei aller Welt⸗ und Menſchenkenntniß in ihren Unterſuchungen über den muthmaßlichen Stand und Charakter des Gaſtes nur die Wahl zwiſchen einem Abenteuerer, oder irgend einem geheimnißvollen Incog⸗ nito. So Viel ſtand jedenfalls feſt, daß der junge Mann ein Deutſch redete, deſſen reinen Accent und wohltönen⸗ den Klang man ſelten von einkehrenden Fremden im Gaſtzimmer der„drei Kronen“ zu hören bekam; ein Deutſch, wie man es nur zuweilen auf der herzoglichen Hofbühne bewunderte, wenn der große Ekhof ſeine Zu⸗ hörer durch den Wohllaut ſeiner Rede entzückte.
Der junge Mann ſchien von der ungetheilten Auf⸗ merkſamkeit anfangs Nichts zu merken, welche die ein⸗ heimiſchen Gäſte an der oberen Tafel ſeiner Perſon widmeten. Müde und hungrig hatte er ſich an einem abgeſonderten Tiſche am anderen Ende der Gaſtſtube niedergelaſſen und unterhielt ſich, während er den ihm vorgeſetzten Speiſen und der Flaſche Rheinwein eifrig
zuſprach, mit dem redſeligen Wirthe, der auch ohne Mandat von Seiten der Stammgäſte ihrer Zuſtimmung gewiß war, wenn er ſich vor Allem über die Perſon des Fremden aufzuklären ſuchte. Aber ſei es, daß die⸗


