eine theuere kranke Perſon wartet dort im Dorfe ſchon lange mit ſchmerzlicher Sehnſucht auf meine Ankunft — darf ich fragen, wohin die Reiſe geht?“
Das ganze liebreiche Weſen, das natürliche und doch ſo edel gebildete Benehmen des Alten im ſchlich— ten, faſt ärmlichen Bürgerkleide machte auf den jungen Wanderer einen unverkennbar tiefen wunderſamen Eindruck. Schnell wich die vorige Schwermuth aus ſeinen Zügen, ſeine Blicke belebten ſich wieder und in froher Bewegung des unbekannten Menſchenfreundes Hand ergreifend, rief er gerührt:
„So will ich denn in Gottes Namen dieſe Begeg⸗ nung für eine gute Vorbedeutung für Das nehmen, was mich nach Gotha führt! O wenn doch der Mann, von dem ich dort das Höchſte und Beſte für mich und meine ganze Zukunft erwarte, den nämlichen hellen Seher⸗ blick in mein Inneres thun könnte, wie Sie, mein Herr, mir ſollte wahrlich bald geholfen ſein!— Gewiß ſind Sie der Herr Pfarrer oder der Herr Schulmeiſter aus jenem Dorfe? In dieſem Falle und wenn mir anders in Gotha gelingt, wofür ich meine ganze Zukunft ein⸗ geſetzt habe, erlauben Sie mir wohl, daß ich Sie recht bald in Ihrem friedlichen Dörfchen aufſuchen darf, um


