Teil eines Werkes 
3. Band (1872)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

185 ſchwöre Dich, verſtoße mich nicht auf dieſe Weiſe! rief

das leidenſchaftliche Mädchen.Ich will Alles thun,

was Du von mir fordern wirſt! Ich will Heinrich ent⸗ ſagen, obſchon er das Glück meines Lebens iſt, aber ſchicke mich nur nicht von Dir, wenn Du mich nicht in Verzweiflung und Tod treiben willſt!

Herr Werner, ich bitte Sie ebenfalls inſtändigſt, übereilen Sie nichts! bat Otte.Schenken Sie mir nur einen Augenblick ruhiges Gehör, um Ihret⸗ wie um Johanna's willen, und beantworten Sie mir eine Frage, die mir wahre Theilnahme und nicht müßige Neugier eingibt! Eine Frage, von welcher vielleicht das Glück zweier Menſchen abhängt! Sagen Sie mir, fuhr er auf eine ſtumme Geberde Werner's fort,iſt der junge Mann, von dem in jenem Briefe die Rede, nicht der Sohn eines Geiſtlichen aus H. und ein Medi⸗ ciner?

Werner bejahte.Sie kennen ihn? fragte er.

Ja, Lebrecht Groſſe iſt gegenwärtig in London als junger Arzt etablirt oder, nach britiſcher Sitte, der Theilhaber eines Apotheker⸗ und wundärztlichen Geſchäfts in London, entgegnete Otte.Ich traf ihn dort im Hauſe eines deutſchen Kaufmanns, un? der talentvolle junge Mann gefiel mir, obſchon mir die für ſeine Jahre unerklärliche Melancholie auffiel, die