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Klemmer auf und fragte etwas höflicher:„Sie ſind wohl ein Sohn des Juſtizraths Otte, der auf der Bleicherſtraße wohnte?“
„Um Vergebung, nein; mein Vater war der Schuh⸗ machermeiſter in der Hundegaſſe!“
„Ah ſo, darum alſo iſt auch Ihr Anzug etwas— etwas heruntergekommen?“
„Meine Kleidung iſt allerdings nicht elegant, da⸗ für aber bezahlt und reinlich“, entgegnete Otte mit einem Blick der Entrüſtung;„auch kam ich hierher um eine Stelle zu ſuchen, und nicht um eine Garderobe⸗ Muſterung zu beſtehen. Ich dächte, Herr Auheim, auch in einem ärmlichen Rocke könnte ein brauchbarer Ar⸗ beiter und rechtſchaffener Kerl ſtecken. Schöne Kleider
verdecken ſehr oft nur Laffen und Schwindler. Kleider
machen zwar Leute, geben aber nicht Kenntniſſe und Fähigkeiten.“
„Allerdings“, ſagte Auheim;„auch war meine Bemerkung nicht böſe gemeint. Ich wollte nur ſagen, daß junge Leute Ihres Standes gewöhnlich mehr auf ihr Aeußeres verwenden...“
„Alſo auf ihr Inneres, das iſt eine Thatſache“, fiel ihm Otte in's Wort;„aber bei mir findet das Um⸗ gekehrte ſtatt, Herr Auheim. Uebrigens iſt dieß auch nicht meine beſte Garderobe, ſondern die iſt auf dem


