Teil eines Werkes 
2. Band (1872)
Entstehung
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Herr von Magnus! ſagte Otte.Der Verluſt iſt hart, aber der Vorwurf der Schuld an dieſem Vergehen trifft ja nicht Sie! Jedermann weiß, daß Sie Ihr Leben lang ein redlicher wackerer Mann geweſen ſind. Iſt es nicht ſchon hundertmal dageweſen, daß die Söhne der beſten Väter aus der Art ſchlugen?

Ja, hätt' er getrieben was der Welt Buch auf⸗ weiſt, hätt' er meinethalben Einen todtgeſtochen in's Duell, ich wollte ihm entſchuldigen. Aber ein Betrü⸗ ger, ein Fälſcher, ein Dieb? O das iſt entſetzlich! Alter Aaron, warum haſt Du geſehen dieſen Tag! Arme, arme Mutter, die dieſes Kind unter dem Herzen getragen und es nun nicht mehr reißen kann aus dem Herzen! Ach, beſter Otte, laſſen Sie mich hier nie⸗ derſitzen auf dieſer Bank und holen Sie mir gütigſt 'ne Droſchke! Meine Beine tragen mir nicht mehr; ich werd' es kaum überleben Und der Greis brach in ein leiſes Weinen aus.

Als Otte mit einer Droſchke zurückkam, ſah er Herrn Iſaakſohn bei dem gebeugten Vater ſtehen und deſſen Hand drücken, und hörte den alten Magnus ſagen:Ja, ich danke Ihnen von Herzen, Herr Iſaak⸗ ſohn; es thut wohl, in einem ſolchen Augenblicke Freunde zu finden. Ich war freilich gerüſtet darauf, denn ich hab' längſt gefürchtet ein ſolches Ende; ich