—
— —
überlegte, ſeine Chancen abwog und endlich trotz 28 9
2
eigene Beſcheidenheit und Anſpruchsloſigkeit, ſein Zart⸗ gefühl, ſeine Dankbarkeit für die ehrende Auszeichnung womit ihn der reiche Kaufmann beehrte,— all' dieſe Regungen würden ihn veranlaßt haben, jeden eitlen Wunſch oder Traum von Johanna's Beſitz im Keime
zu e ſticken, wenn ſich jemals etwas Derartiges bei
ihm geregt hätte. Nun hatte ein Scherzwort, welches Käthchen unbedacht hingeworfen, hatten der Umſtand mit dem Notizbuch und all die Vemerkungen welche ſich ſpäter daran geknüpft, unſerem jungen Freunde dieſen Gedanken mit Macht wieder vor die Seele gerückt. Gleich einem jener Samenkörner von Unkraut, die mit geflü⸗ gelten oder gewimperten Widerhaken verſehen, ſich allent⸗ halben anklammern und feſthaken, wohin ſie fallen, war dieſer Gedanke in ſein Gemüth eingebettet, um hier zu keimen und zu wuchern. Heinrich hätte nicht neun⸗ undzwanzig Jahre alt und Kaufmann und in ſeiner Weiſe ehrgeizig ſein müſſen, wenn ſich der Gedanke an die Möglichkeit einer ſolchen Verbindung, welche ihm eine glänzende Zukunft in Ausſicht ſtellte, nicht ganz verlockend in ſeine Einbildungskraft eingeſchlichen hätte. So war es nicht zu verwundern, wenn ihn dieſer Gedanke die lange Winternacht hindurch im Wachen und Träumen verfolgte und er ihn nach allen Seiten hin


