Comte wohnte. Die Gouvernante hatte ihr ſelbſt die Lage ſeines Zimmers bezeich⸗ net. Als ſie dieſe Straße langſam vor⸗ uverfuhren, zu einer Tageszeit, wo es dun⸗ keler als zur Dämmerung war, ſtrahlte plotzlich Johannen der Gedanke durch die Seele, den Wagen mit einem Sprunge zu verlaſſen, zu ihrem Geliebten hinzueilen, um ihm das Geheimniß, was ſie auf dem Herzen hatte, zu entdecken. Sie fuhlte ſich von einer unwiderſtehlichen Macht ergriffen, war mit einem Satze aus dem Wagen und floh wie ein verfolgtes Reh in eine Neben⸗ ſtraße. Sie hoͤrte das Angſtgeſchrei ihrer Mutter:„Johanna, ach, Johanna!“
Nach Verlauf einer halben Stunde hatte ſie das Haus gefunden, wo der Comte wohnte. Si ging raſch hinein, eine Treppe hinauf, und als ihr ein Bediente mit einer Wachskerze begegnete, fragte ſie dieſen:„Wohnt hier der Comte?“ Der Menſch erſtaunle uͤber die Erſcheinung


