— 29—
ihrer Wohlthaͤter druͤcken. Freudenthraͤnen kann ich Julien wohl weinen ſehen, aber keine Kummerthraͤnen, dieſe fallen wie ſiedendes Oel auf meine Seele, ſie machen mich traurig, ſie koͤnnten mich aber auch raſend machen. Franz, laß mich hier, ich
bin Dein ſchlechteſter Begleiter, den Du
waͤhlen kannſt. Gelobſt Du mir aber, ei⸗ ner Liebe zu entſagen, die Dich in Schlin⸗ gen zieht, die Dir Gefahren bereitet, welche die Leidenſchaft Dich nicht ſehen laͤßt, willſt Du Dich mit Deinen Eltern verſoͤhnen, wenn Dir's auch die ſchwerſten Opfer koſtet; wohlan, hier haſt Du meine Hand,
ich gehe mit, ich weiche nicht von Dir und wir ſind wieder die alten Freunde.“
„Kannſt Du das Licht in der Sonne verloͤſchen,“ fragte Franz,„und dem Blitze gebieten, daß er nicht leuchtet? Bin ich darum ein Verbrecher, mit dem Du alle Gemeinſchaft aufheben willſt, dem Du den kleinſten Gefallen abſchlaͤgſt, weil ich meine


