Teil eines Werkes 
1. Theil (1822)
Entstehung
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Ein Graf, wie dieſer, den wir ſo eben redend eingefuhrt haben, welcher eine ſolche Sprache fuͤhrt, aus dem ein ſolcher

Geiſt, ein ſolches Herz redete, welcher in

ſeinem Weſen ſo treu und offen, ſo wohl⸗ meinend, prunklos und beſcheiden iſt; wel⸗ cher den Sinn eines veredelten Lebens, den er durch alle ſeine Verhaͤltniſſe beharr⸗ lich und ſtandhaft durchfuͤhrte, ſo richtig aufgefaßt hat, gehort zu den ſchoͤnen, aber ſeltenen Erſcheinungen in der Menſchen⸗ welt, und weil ſie Manchem gar nicht vor⸗ kommen, und weil ſich Viele auf den Stondpunkt ſolch einer gelaͤuterten Mora⸗ lität kaum denken können, vielweniger, daß

ſie Luſt und Muth hätten, ſich dahinauf

zu erheben, ſo wird mein herrlicher Graf wohl das Schickſal haben, daß man ihn für einen gutmüthigen Tropf gelten laͤßt, der grade ſo viel Klugheit und Verſtand beſitzt, um in ſeinem Wirkungskreiſe als ein redlicher, uneigennütziger, gutmüthiger Mann eine unſcheinbare Rolle ſpielen zu konnen, weiter aber auch nichts.