Teil eines Werkes 
2. Theil (1822)
Entstehung
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51 durch er in den Stand geſetzt wurde, mit beſtimmter Gewißheit die Eine von der Andern zu unterſcheiden. Aber Willing, als er das ſchoͤne Maͤdchen erblickte, und es ihn entzuckte, dachte nicht dakan, ſich gegen einen groben Irrthum zu verwahren, er war nur Gefuͤhl und Empfindung. Er⸗ lach, der voll von ſeiner Louiſe war, hätte ſich auch nicht in weitlaͤufigere Demon⸗ ſtrationen eingelaſſen, die juſt hier am un⸗ rechten Orte geweſen waͤren.

Daß aber Brigitte ſich zu Willing, ſogar mit heftiger Neigung, hingezogen fuhlte, das iſt dem jungen, unerfahrnen feurigen Mädchen wohl zu verzeihen. Ge⸗ rathem wir doch im hohen Alter noch, wenn uns Schönes, Großes, Erhabenes begeg⸗ net, in Entzuͤcken, Staunen und Bewun⸗ derung, welches doch Alles durch ſinnliche Eindruͤcke gewirkt wird. Man denke ſich ein unverdorbenes, im Innern gebildetes, mit der großen Welt unbekanntes Land⸗ maͤdchen, und romanhaft wird man es nicht finden, daß es beim erſten Anſchauen