Teil eines Werkes 
2. Theil (1824)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

208

Glami wie einen Bruder achtete, an Euch ſträflich vergehen? Oſft hoͤrte ich die Guͤte und Weichheit ſeines Herzens, die Liebens⸗ wuͤrdigkeit ſeiner Geſinnung ruͤhmen, was hat ihn zu Euerm Feinde gemacht?“— „Das weißt, das ahneſt Du nicht,“ ſagte die Graͤfin,„ein trügeriſcher Glaube, ein Wahn, ein Irrthum. Er ſchnaubt Rache gegen uns, weil ſich Glami nicht mit ihm, ſondern mit Murray verlobt hat. Laͤßt ſich denn das Herz Befehlen unterwerfen, kann man ihm die Neigung einfloßen, die es haben ſoll? Mit Feuer und Schwerdt hat er gedroht, und Worte fallen laſſen, die ich meinem ärgſten Feinde nicht verzeihe. Glami, durch ſein Betragen empoͤrt, hielt

ihm eine derbe Strafpredigt, die ſchien ihn

zu erſchuttern. Wir ließen ihn allein im Zimmer, entfernten uns und hoͤrten nur ſein wuthendes Stampfen und den Fluch, den er gegen Glami ausſtieß. So eilte er