Teil eines Werkes 
1. Theil (1824)
Entstehung
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11 daß ſich Gunſt und Ungunſt nicht nach un⸗ ſerm perſoͤnlichen Werthe, ſondern nach äu⸗ ßern Umſtänden richtet, die nicht in unſerer Gewalt ſtehen, ſondern das Werk jener un⸗ ſichtbaren Macht ſind, welche Thronen bauet und ſie zerſplittert. Daher mied ſie auch den Umgang mit der wandelbaren, leicht beſtechlichen, falſch urtheilenden Welt, ſuchte die Einſamkeit, wo ihre Thraͤnen unverhal⸗ ten floſſen, und ſie durch Klagen und Seufzer die Laſt, welche auf ihrer Bruſt lag, erleichterte.

Glami hatte eine fuͤr die damalige Zeit ausgezeichnete Erziehung genoſſen, und in den großen Geſellſchaften ſich jene ge⸗ ſchmeidige, gefallende Sittlichkeit und Ma⸗ nier angeeignet, welche die naturlichen Reize einer ſchoͤnen Geſtalt erhoht und uns den Beifall der Menge erwirbt. Ihr Geiſt und Gemüth war in gleichem Grade gebildet,