Teil eines Werkes 
1. Theil (1824)
Entstehung
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Leid ihrer Tochter erſchuͤttert, und das um ſo mehr, weil ſie es war, welche eitle Er⸗ wartungen in der Seele des jungen Mäd⸗ chens anfachte und ſie ſo lange unterhielt, bis die ſchoͤnen Traumbilder ſich in eine niederſchlagende Wirklichkeit verwandelten. Sie ſelbſt war es auch, welche die reichſten und edelſten Juͤnglinge zuruͤckſcheuchte, die um die Hand der Jungfrau werben woll⸗ ten. So alſo betrachtete ſie ſich als die Zer⸗ ſtrerin eines Gluͤcks, was Glami jetzt, ohne daß ſie die Stuͤrme beruͤhrten, die gegen die Familie ſich erhoben, genießen konnte. Keine Klage, kein Vorwurf kam uͤber die Lippe der Tochter, die nicht ohne empfind⸗ liche Schmerzen, aber ſtill und ruhig dul⸗ dete, was ſie nicht verſchuldet hatte.

Glami ſtand noch in voller Jugend⸗ bluͤte, wenn auch ein verborgener Kummer, der an ihrem Herzen nagte, das Roth