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Gefangen und befreit : vaterländisches Gemälde aus den Jahren 1806-1814 / von Julius Mühlfeld
Entstehung
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Der große Mann, deſſen Feldherrnblick wohl er⸗ kannte, daß er nicht mehr ſiegen würde, erlag dem Drange der Natur, und inmitten des Kampfgetöſes entſchlummerte er und ſaß da auf dem einfachen gebrechlichen Schemel, bleich und ſchön wie ein antikes Marmorbild, die Hände im Schooße gefaltet. Schweigend ſtanden ſeine Generäle um ihn und blickten auf den ſchlummernden Kaiſer, und manchem von ihnen kam wohl die Ahnung, daß es ein Bild gefallener Größe ſei, das da vor ihnen ſaß.

Napoleon's Stern, den Moskaus Gluthen aus ſei⸗ nem Höhepunkte verdrängt, ſank tiefer und tiefer und ſchien hinter dem Windmühlenberge bei Probſtheida gänz⸗ lich zu erlöſchen.

Nach kurzem Schlummer erwachte der Kaiſer und blickte erſtaunt auf die düſtern Züge ſeiner Generäle. Sein Blick überflog die Schlacht, und ſein Antlitz ward noch bleicher und kälter, als es ſonſt zu ſein pflegte. Er konnte ſich nicht länger darüber täuſchen: dieſer Tag brach ſeine Herrſchaft über Deutſchland in Trümmer, zerſtörte ſein Weltreich er hatte eine Schlacht verloren von einer Bedeutung, wie er nie eine gewonnen, und er er⸗ theilte die Befehle zum Rückzuge.

Noch während der Nacht verließen die franzöſiſchen Truppen alle die mit ſo großer Aufopferung vertheidigten Poſitionen, die ſie feſtgehalten, nicht mehr um zu ſiegen,