Druckschrift 
Gefangen und befreit : vaterländisches Gemälde aus den Jahren 1806-1814 / von Julius Mühlfeld
Entstehung
Einzelbild herunterladen

224

an ihm, wie an ihrem Freund und Vater in guten und in böſen Zeiten.

Muth und Eifer für die gemeinſame Sache waren durch die Siege neu gekräftigt, und das Heer mit dem Führer wie der Führer mit dem Heer waren ein Herz und eine Seele geworden, treu verbunden durch gemein⸗ ſame Gefahren, Kampf und Sieg.

Blücher gönnte ſeinen Schaaren nach der Schlacht an der Katzbach nur einen Tag zur Siegesfeier, dann rückte er weiter nach Sachſen zu und bezog ein Lager an der Landskron. Er kannte nicht Raſt noch Ruhe, ſo lange Napoleon noch in Deutſchland ſtand, ſo lange er über⸗ haupt noch als Kaiſer exiſtirte. Sein Ziel, das er nie aus den Augen ließ, war Paris, und ſein Geiſt war un⸗ ermüdet thätig, die ſicherſten und kürzeſten Wege dahin zu entdecken.

Die verbündeten Monarchen, wohl einſehend, daß die Bewegungen des böhmiſchen Hauptheeres noch zu langſam und ſchwerfällig ſeien, wodurch es kam, daß daſ⸗ ſelbe auch noch gar keine Erfolge errungen hatte, beſchloſſen,

das ſchleſiſche Heer unter Blücher ſich mit demſelben ver⸗ en zu laſſen, wohl wiſſend, wie dieſes Greiſes jugend⸗ Thatkraft Alles mit ſich fortreißen würde.

So erhielt Blücher und auch das Nordheer, unter dem Kronprinzen von Schweden, Anweiſung, ſich dem