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Gefangen und befreit : vaterländisches Gemälde aus den Jahren 1806-1814 / von Julius Mühlfeld
Entstehung
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ſchwand, von dem aus er ihr einen letzten Gruß zugewinkt hatte, da ſank ſie, von Schmerz überwältigt, nieder und betete und rang und weinte und zagte— das liebende Mädchen für den Geliebten.

Albrecht aber ſchritt rüſtig fürbaß. S& hatte, um unangefochten und ſicherer durch die Gegend zu reiſen, die ja auch unter franzöſiſcher Herrſchaft ſtand, ſeine Uniform unter einem blauen Kittel verborgen, und ſo zog er als luſtiger Wanderburſche dahin und freute ſich des kommenden Frühlings und am Wiedererwachen der Natur.

Albrecht von W. war der jüngſte Sohn einer adeli⸗ gen preußiſchen Familie, doch hatte er ſchon in früheſter Jugend ſeinen Vater verloren, der ihn, da der ältere Bruder ſich den Studien widmete, ſchon als kleines Kind für den Militairſtand beſtimmt hatte. Die Mutter, den Willen des Seligen ehrend, hatte die Erziehung und Bildung des jüngern Sohnes nach militairiſchen Grund⸗ ſätzen einrichten laſſen, ohne jedoch dabei Geiſt und Herz zu vernachläſſigen.

So war Albrecht zu einem allſeitig gebildeten jun⸗ gen Manne aufgewachſen, der in ſeiner Garniſon keines⸗ wegs die Freuden der Jugend vernachläſſigte, im Gegen⸗ theil mit leichtem Sinne oft leichtſinnig ſich denſelben ohne doch jemals ein ausſchweifendes Leben zu ühren.