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Gefangen und befreit : vaterländisches Gemälde aus den Jahren 1806-1814 / von Julius Mühlfeld
Entstehung
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und ruhige Athemzüge verkündeten die Anweſenheit eines Schlafenden.

Da ward geräuſchlos die Thür geöffnet, ein Locken⸗ kopf erſchien in der Spalte, lauſchte vorſichtig in das Zimmer, und gleich darauf trat ganz leiſe ein junges Mädchen ein, ſchlich auf den Zehen in den Hintergrund des Zimmers, blickte auf den Schläfer, der da auf einem weichen Ruhebette lag, und nickte beruhigt, als ſie ihn feſtſchlafend erblickte.

Dann ging ſie an das Fenſter, ſchob die langen, grünen Vorhänge zurück, nahm aus dem Wandſchranke ihr Arbeitzeng und ſetzte ſich an das Lager des Schla⸗ fenden.

Es war ein junges blühendes Mädchen von vielleicht achtzehn Jahren, über deren Geſtalt alle Anmuth, die dieſes Alter verleiht, wie ein holder Zauber ausgegoſſen war.

Doch lag über ihre Züge eine ſchmerzliche Trauer, die ſich noch zu vermehren ſchien, wenn ihr Blick auf den Schlafenden fiel.

Noch immer kein Erwachen! flüſterte ſie, ſich tief über ihn beugend und ängſtlich jedem Athemzuge lau⸗ ſchend;der Vater meinte doch, daß er zum Abend er⸗

wachen müßte.

Doch da die regelmäßigen Athemzüge von ruhigem