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Gefangen und befreit : vaterländisches Gemälde aus den Jahren 1806-1814 / von Julius Mühlfeld
Entstehung
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Aber Friedrich Wilhelm und ſein Cabinet unter⸗ handelten noch immer mit Napoleon und gar zu gern hätte der vorſichtige König den Frieden bewahrt. Was Niemand beachtete oder beachten wollte, das ſchwebte vor den Augen des Königs als ein unheildrohendes Geſpenſt.

Man war eingeſchlafen auf den Lorbeeren Fried⸗ rich des Großen, und alle die jungen Offiziere, die jetzt in prahlender Toilette durch Berlin zogen und mit ſieges⸗ gewiſſer Zuverſicht auspoſaunten, daß ſie ſich nur zu zeigen brauchten, um Bonaparte in die Flucht zu jagen, verſtanden wenig oder gar nichts vom Kriegführen, und gerade dieſe Zuverſicht, einem ſo geübten und gefährlichen Feinde gegenüber, war es, die den König ängſtigte.

Wären bei Ulm und Auſterlitz Preußen geweſen, hätte die Sache ganz anders geendet, hörte man häufig ſagen;denn wir Preußen haben Feldherren, die den Krieg verſtehen, und Generale wie Bonaparte finden ſich mehrere im Heere Sr. Majeſtät.

Dieſer zuverſichtliche Ton riß Alles mit ſich fort, die Hoffnung auf friedliche Ausgleichung ſchwand immer mehr, und endlich ſchrieb der König an Napoleon, daß er bis zum 8. October auf eine beruhigende Nachricht von ihm warten wolle, in der er die Rückgabe der preußiſchen Plätze und Rückzug ſeiner Truppen über den Rhein ver⸗ ſpräche. Als dieſelbe nicht eintraf, erließ der König am