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Der Enthuſiasmus des preußiſchen Volkes bei die⸗ ſen Kriegsausſichten war unbeſchreiblich.
„Preußen, die Nation Friedrich des Großen iſt be⸗ rufen, Deutſchlands Ehre zu retten und die Schmach von Auſterlitz abzuwaſchen!“ So rief man, ſo jubelte man, und Viele beeilten ſich auch ein Scherflein mit beizutra⸗ gen zu dem großen Rachewerke, das den Uebermuth Frankreichs brechen und Napoleon herabſtürzen ſollte von dem uſurpirten Throne.
Beamte entſagten der Hälfte ihres Gehalts, in den Gotteshäuſern wurden Beiträge geſammelt, einzelne Städte ſandten deren ein, um ſie am Altare des Vater⸗ landes niederzulegen, zur Ehre Preußens, zur Ehre Deutſchlands.
Das Heer, die Hauptſtadt, die königliche Familie, die Königin Louiſe ſelber, theilten den allgemeinen Enthu⸗ ſiasmus und waren voll froher Hoffnung auf die gute Sache, auf Preußens Stern und auf das Heer Fried⸗ rich des Großen.
Mit Begierde ſah man den Nachrichten vom Heere entgegen; einmal den Krieg begonnen, mußten die Fran⸗ zoſen ein zweites Roßbach erleben, daran zweifelte Nie⸗ mand, und Freude und ungemeſſene Siegeshoffnung füll⸗ ten ſchon jetzt alle Herzen.


