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Sie warf ſtolz das Hanpt zurück und blickte in dem düſtern hohen Zimmer umher, das ganz den Charakter des Mittelalters trug, und ein zufriedenes Lächeln um⸗ ſpielte ihre Lippen, als ſie bemerkte, daß hier noch Alles ſo ſei, wie ſie es wollte— huldigend der alten Zeit und dem alten guten Adel, deſſen Wappen ihr aus einem gothiſchen Bogen ſtolz entgegenblickte.
Das Geſpräch hatte eine disharmoniſche Stimmung erzeugt. Der Freiherr fühlte ſich der Schweſter gegenüber unbehaglich, deren Grundſätze er von ganzem Herzen theilte, ohne doch ſie aufrecht halten zu können. Lieber einen Zweig, als den ganzen Baum, murmelten ſeine Lip⸗ pen und eben wollte er ſich mit einer neuen Auseinander⸗ ſetzung an ſeine Schweſter wenden, als ein Diener in der Livree der Generalin eintrat. Dieſer war auch ein Stück alte Zeit und paßte mit ſeinem ernſten faltigen Geſichte genau zu dem Schloſſe und dem hohen düſtern Zimmer.
Mit tiefer Verbeugung präſentirte er dem Freiherrn einen Brief auf ſilbernem Teller, und ſagte feierlich:
„Für Eure Gnaden erpreß aus Hardersberg,“ und zog ſich mit einer neuen Verbeugung geräuſchlos zurück.
„Donnerwetter!“ rief der Freiherr heftig, als er ge⸗ leſen hatte, was mag denn da los ſein!“
Haſtig reichte er der Generalin den Brief, riß das Fenſter auf und rief mit Donnerſtimme hinab:


